Quelle: Rheinische Post VON SEBASTIAN MÜHLEIS - 26.02.2011
Vom "Treckervirus" infiziert
Hünxe (RP) Schon früh war für Florian Koch (20) klar, dass sein zukünftiger Beruf etwas mit Landwirtschaft zu tun haben sollte – vornehmlich mit Traktoren. Diesen Traum erfüllte er sich mit der Ausbildung zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik beim Hünxer Unternehmen Pieper Landtechnik. Nun erhielt er eine Auszeichnung als Innungsbester.

Es war eigentlich alles wie immer. Mehrere zur Reparatur aufgebockte Traktoren in der Werkstatt des Drevenacker Unternehmens Pieper Landtechnik ließen die Augen von Florian Koch vor Freude strahlen, dazu flachsten die Kollegen wie gewohnt mit ihm. Allerdings ist der 20-Jährige seit dem 1. Februar Zivildienstleistender bei der an das Weseler Marienhospital angeschlossenen Tagespflege. Er kehrte nur für einen Fototermin mit der Rheinischen Post zu seinem alten Arbeitsplatz zurück.
Kurz zuvor hatte Koch bei Pieper seine Ausbildung zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik abgeschlossen – und sie als Innungsbester am oberen Niederrhein beendet. Dafür erhielt er bei seiner Lossprechung eine Auszeichnung. Für den jungen Mann war bereits als Kind klar, dass er später einmal in diesem Bereich arbeiten will – vornehmlich mit Traktoren. "Ich komme aus Wesel-Lippedorf, wohne dort ziemlich ländlich. Da bleibt es nicht aus, dass man intensiv mit Landwirtschaft und den dafür notwendigen Geräten in Berührung kommt", erklärt Koch.
Ehrung
Gemeinsam mit 62 weiteren Mechanikern für Land- und Baumaschinentechnik feierte Florian Koch den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung im Bürgerhaus Uedem. Dort sprach sie Peter Müller, Obermeister der Innung für Land- und Baumaschinentechnik Niederrhein von ihren Pflichten als Auszubildende los, und erhob sie in den Gesellenstand.
Bereits in seiner Jugend erledigte er immer wieder Arbeiten für diverse Bauern in der Nachbarschaft, erlernte dabei auch das Treckerfahren. "Das ist wie eine Sucht, wie ein Virus. Wenn es einen einmal infiziert hat, dann lässt es einen nicht mehr los", erinnert sich Koch, und begründet damit seine noch immer beinahe kindliche Begeisterung für landwirtschaftliche Geräte aller Art. Schnell stellte sich für den 20-Jährigen heraus, dass die Lehrstelle bei Pieper ein echter Glücksgriff war.
Während der dreieinhalb Jahre standen Reparatur und Wartung von Land- und Baumaschinen im Vordergrund, vornehmlich die von Traktoren. "Dies bildete den Schwerpunkt, war aber noch lange nicht alles", berichtet Koch. "Die Ausbildung war sehr umfassend." Gemeinsam mit seinen Kollegen reparierte er auch größere Geräte, etwa Mähdrescher – obwohl er sich nicht daran erinnern kann. "Wir haben hier auch an Mähdreschern gearbeitet?", fragt der 20-Jährige erstaunt in die Runde. "Ja haben wir – aber es war so wie immer, du hast nur rumgestanden und nichts gemacht", flachst einer seiner ehemaligen Arbeitskollegen und schallendes Gelächter bricht aus. Kleine Scherze wie dieser gehören für Koch einfach dazu und sind ein Anzeichen für die gute Arbeitsatmosphäre, die er seinem ehemaligen Arbeitgeber bescheinigt.
Seine Zivildienststelle hat der 20-Jährige indes nur zur Überbrückung angetreten. Aktuell holt er sein Fachabitur nach und will im Anschluss ab dem kommenden Wintersemester Maschinenbau studieren.
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